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Viel Spaß und Information wünscht Ihnen Christof Rath
Johannisweinsegnung in vielen Rheingauer Gemeinden erfreut sich großer Beliebtheit
Er ist der einzige Apostel, der immer mit einem Kelch Wein und den Blick noch oben gerichtet abgebildet wird, der Apostel Johannes, den Jesus besonders geliebt haben soll und dem als jüngsten unter den Aposteln eine besondere Rolle zukommt. So habe er die Aufgabe übernommen, sich um die verbliebene Maria zu kümmern, mit der
er zusammen am Kreuz von Jesu trauert-: des Evangelisten Johannes gedenken- kurz nach Weihnachten jedes Jahr viele katholische Pfarrgemeinden im Rheingau im Rahmen- festlicher Gottesdienste. Der 27. Dezember ist traditionell seit Jahrhunderten im Volksmund als „Winterjohannes“ bekannt und beinhaltet im Rheingau auch die Weinsegnung. Die Tradition der Weinsegnung am „Winterjohannes“ ist im Rheingau schon viele Jahrhunderte- alt und geht auf eine noch ältere biblische Legende zurück-. Sie erzählt davon, dass man einst dem Heiligen Johannes einen Becher voll vergifteten Wein zum Trinken reichte. Johannes habe diesen- Wein jedoch mit dem Kreuzzeichen gesegnet, bevor er ihn trank und das Gift sei in Gestalt einer Schlange aus dem Becher gekrochen. Der Heilige soll den Wein dann getrunken haben und ganz unbeschadet geblieben sein. In Gedenken- an diese Legende hatte man schon im 13. Jahrhundert am Tag des Heiligen Johannes einige Flaschen Wein von Geistlichen segnen lassen und für besondere festliche Anlässe wie Hochzeiten, Geburten- und Jubiläen aufgehoben. Aber auch bei Krankheiten, in Kriegszeiten, Armut und Not war es Brauch, ein Glas gesegneten Johannisweins zu trinken, um Unheil und Krankheit abzuwenden. Einer der ältesten Trinksprüche gehe auf die Sitte zurück, Reisenden zum Abschied ein Glas geweihten Johanniswein zu reichen und gemeinsam auf ein „das wir wieder froh zusammen trinken“ anzustoßen. „Wir trinken die Liebe des Johannis“, sagen die Rheingauer auch und das tun sie auch beim gemeinsamen Umtrunk- nach den Gottesdiensten.
Nach dem Krieg war dieser Brauch zunächst in Vergessenheit geraten. Ende der 80er Jahre hatten Mitglieder- des Rheingauer Weinbauvereines sich an die schöne Tradition- der Johannisweinsegnung zurückerinnert und den Brauch wieder ins Leben gerufen. Seit dem sind die festlichen Gottesdienste nach Weihnachten und die traditionelle Weinsegnung ein feierliches Ereignis, das nicht nur bei Winzern und Rheingauern auf großes Interesse stößt. Aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet kommen mittlerweile Weinfreunde zur Johannisweinweihe in den Rheingau. Die Johannisweinsegnung erfreue- sich gerade in den letzten Jahren einer immer größer werdenden Beliebtheit und ziehe alljährlich- am 27. Dezember Weinfreunde und Gläubige von nah und fern in Scharen an, erklären auch die Winzer des Weinbauvereines Winkel und Mittelheim, die jedes Jahr einen besonders festlichen Gottesdienst in der Mittelheimer Basilika- mitgestalten und auch danach zum Umtrunk des geweihten Weines in der Basilika einladen. Den Großteil des gesegneten Weines nehmen die Besitzer jedoch wieder mit nach Hause. Mit dem Johanniswein wird in manchen Familien- an Silvester nämlich auch auf ein gesundes neues Jahr angestoßen. Außerdem nutzen die Rheingauer Winzer den Wein auch für einen anderen uralten Brauch. Einige Tropfen des geweihten Johannisweines werden auch heute noch in manchen Weinkellern in die Fässer mit dem jung geernteten Wein gefüllt, um den kirchlichen Segen so weiterzugeben.
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