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Historischer Weinverladekran am Rhein auf der Seite des Handwerker- und Gewerbevereins.

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Viel Spaß und Information wünscht Ihnen Christof Rath

Kleiner Junge schöpft wieder Wasser

Hallgartener Ortsbeirat weihte restaurierten Dorfbrunnen im Rosental ein
„Dieser Brunnen hat meine ganze Kindheit begleitet, er lag auf meinen Schulweg und jeden Morgen und jeden Mittag spielten wir hier am Wasser. Den Kopf des Jungen, der das Wasser schöpft, haben wir als Kinder tausendmal gestreichelt und geküsst habe ich ihn auch manchmal“, erinnert sich die ehemalige Hallgartenerin noch sehr gut. „Das ist auch heute noch so“, weiß Nachbarin Charlotte Schiewer, die direkt gegenüber des Dorfbrunnen wohnt und sich in den letzten Jahren immer wieder dafür ein gesetzt hat, dass der Brunnen reaktiviert wird. Beim Ortsbeirat, vor allem bei Heinz Zott und Udo Lutz, sei sie damit auf offene Ohren gestoßen.
Ursprünglich habe es eine gusseiserne Pferdetränke im Rosental gegeben. „Die war gut zwei Meter lang und darin wäre mein Bruder fast mal ertrunken“, erzählt Erwin Peter. Nachdem die Pferdetränke abgebaut wurde, hatte die Firma Bodensohn 1968 Hallgarten den Brunnen gestiftet, der heute noch das Rosental ziert. „Diese Hoch-Tiefbau-Firma hatte bei der Umlegung viele Aufträge von der damals noch selbstständigen Gemeinde Hallgarten bekommen, als Dankeschön übergaben sie den schön gestalteten Brunnen“, weiß Andreas Orth. Das Motiv, ein Junge der Wasser schöpft, sei das Firmenlogo gewesen. Viele Jahre lang plätscherte munter das Wasser aus der Schale des lebensgroßen Jungen in ein Betonbecken. Wenn nicht gerade die Nachbarn dem Brunnen das Wasser abgruben. „Es gab ein verbrieftes Recht der Nachbarschaft, hier Wasser zu holen“, so Peter. Ein Schild „Wasserentnahme verboten“ unterbindet das jetzt allerdings, denn manch einer hatte es doch übertrieben und gleich einen Schlauch an die Überläufe des Schöpfbeckens angeschlossen, mit denen man dann tagelang Wasser abnahm. Niemand habe etwas dagegen, wenn mal eine Gießkanne voll Wasser für Blumen aus dem Brunnen geholt werde. Aber zuletzt war das verbliebene Restwasser in dem Dorfbrunnen so dreckig und auch der Brunnen selbst so verunreinigt, dass sogar Ungeziefer angezogen wurde. Dann brachen auch die Anschlüsse ab und das Wasser wurde abgestellt, der Brunnen stand fünf Jahre still.
Genau das will man jetzt verhindern, deshalb hat Charlotte Schiewer bei der Wiederinbetriebnahme des schönen Brunnens auch die Partnerschaft übernommen. „Ich habe ihn früher schon immer regelmäßig sauber gemacht. Wenn sich viele Algen festgesetzt hatten, habe ich ihn mit Waschpulver geschrubbt, bis der Beton wieder sauber war“, erzählt sie. Nicht nur sie freut sich darüber, dass der Brunnen wieder plätschert.
3000 Euro hat es sich die Stadt Oestrich-Winkel kosten lassen, das Kleinod wieder herzurichten und seiner ursprünglichen Nutzung zu übergeben. „Im Zuge der Kanalarbeiten im Rosental haben wir den Brunnen jetzt wieder angeschlossen“, so Michael Heil, der auch sichtliche Freude an dem schönen Wasserspiel hat. Das Schöpfbecken des Jungen hatte man erneuert und neue Überläufe eingesetzt, die alten waren verschwunden. Auch der Sockel wurde neu überarbeitet.
Mit einem Glas Sekt begossen die Ortsbeiräte und Stadtrat Heil mit den Nachbarn im Rosental den wieder instand gesetzten Dorf-brunnen.
Die kleine Feier fand im Rahmen der Ortsbegehung des Ortsbeirates mit Ortsvorsteher Richard Mayer und Stadtrat Heil statt. Ausgehend vom Bürgerhaus, wo Mayer die Ortsbeiräte und begleitenden Bürger begrüßte ging es durch das Rosental und den Ortskern bis in die Hattenheimer Straße. Hier sprach man über möglichen einheitlichen Straßenbelag und sprach auch Bürger wegen zu viel Bewuchs an den Bürgersteigen an. Außerdem hatte man für die Anliegen der Anwohner ein offenes Ohr und will deren Vorschläge in die Diskussionen der nächsten Ortsbeiratssitzungen mit aufnehmen.

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